BACK TO BLACK 18, steffenschöni, collaboration with Karl Steffen, widmertheodoridis Eschlikon 2018

IGUAZU 1, 2017, 180cm x 210 cm, Acryl auf Leinwand

IGUAZU 2, 2017, 180cm x 210 cm, Acryl auf Leinwand

IGUAZU 4, 2017, 180cm x 210 cm, Acryl auf Leinwand

IGUAZU 3, 2017, 180cm x 210 cm, Acryl auf Leinwand

IGUAZU 5, 2018, 180cm x 210 cm, Acryl auf Leinwand

KIRMIZI, 2018, 180cm x 210 cm, Acryl auf Leinwand

IGUAZU 1-4, 2017/18, 180cm x 210 cm, exhibition view

KIRMIZI, 2018, exhibiton view

PITCH DROP 1-3, 2018, steffenschöni, exhibition view 

BLACk LOGS 2017/18, steffenschöni, exhibition view

BLACK LOG 2016, steffenschöni

BLACK LOGS 2017/18, steffenschöni


«Back to Black»  wasserabweisend und Zeit verdichtend
Schon die hängenden Gärten von Babylon sollen mit wasserabweisendem Bitumen abgedichtet gewesen sein. Pix tumens heisst Bitumen auf Lateinisch, «ausschwitzendes Pech». Für Kunst ist dieser aus aufgearbeitetem Erdöl hergestellte und auch in der Natur selbst vorkommende Stoff ein recht ungewöhnliches Ausgangsmaterial. Aber es eignet sich für Skulpturen und Videoarbeiten. Das beweist der interessante Umgang des im thurgauischen Schmidshof lebenden Künstlerduos steffenschöni mit dieser tiefschwarzen Masse.  steffenschöni, die sich auch mit dem Abformen von Objekten, von Monitoren über Fotoapparate bis hin zu Büchern, eine eigene künstlerische Handschrift erarbeitet haben, formen Holzscheite mit Ton ab und giessen die neuen Formen mit Bitumen wieder auf. Ihre Bitumen-Torsi präsentieren sie in der Eschlikoner Galerie Widmer & Theodoridis auf Tischen mit Rädern, die an Laborsituationen oder gar an Gerichtsmedizin erinnern. Die schwarzen Skulpturen zeigen nicht einfach 1:1-Abgüsse, sondern auch die Brechungen des Tons, das Ungenaue, das Ungewollte beim Entstehen der Skulptur selbst. Das schliesst Lehmreste, kleine übrig gebliebene Holzrindenteile oder winzige Moosflächen mit ein. Die Bitumen-Scheite rufen Assoziationen an Archaisches hervor; der schwarze Stoff erinnert an Millionen Jahre verdichteter Erdgeschichte, an Fossiles, aber auch an Verkohltes, Verbranntes, aus Naturkatastrophen Zurückgebliebenes. steffenschöni überraschen in der Ausstellung «Back to Black» in Eschlikon mit Bitumen als Ausgangmaterial für Skulpturen und Videoarbeiten.
In vergangenen Arbeiten hat das Duo auch Böden untersucht, Archäologie von Alltagsgeständen betrieben, oft mit einem weiteren Markenzeichen, ihren kleinen Überwachungskameras. Eine solche Kamera ist jetzt auch auf eine Bitumenskulptur gerichtet. Und drei Bildschirme «zeigen», zeitlich natürlich extrem gerafft, die unmerkliche Fliessgeschwindigkeit von Bitumen. Starre, beständige Masse, die Festes, Stabiles, Endgültiges symbolisiert, verweist so auch auf langsame Bewegung und Veränderung. Verdichtete Zeit und vergehende Zeit sind die stillen künstlerischen Aussagen hinter den Bitumen-Experimenten, die nicht zuletzt die Farbe Schwarz in ihrer Intensität und sinnlichen Ästhetik unterstreichen. Die Bitumen- Arbeiten sind geheimnisvolle, deutlich in die Reduktion gehende Arbeiten des Künstlerpaares.
 Reduktion herrscht auch in fünf grossformatigen Malereien von Heidi Schöni, die mit der Bildserie «Iguazu» einnehmend zur Malerei zurückfindet, welche sie immer begleitet hat, jetzt aber wieder stärkeres Gewicht bekommt. Heidi Schöni bildet die berühmten Wasserfälle an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien nicht ab, sondern lässt sich von der tosender Naturgewalt anregen, nicht das Fliessen von Farbe, sondern ihr Fallen zu zeigen. Heidi Schöni zeigt dieses Fallen von Material, indem sie aus einer im oberen Bildbereich angedeuteten Horizontalen Farbe in die Vertikale stürzen lässt. Und zeigt dabei Wasser als kraftvoll elementare Bewegung, von der Leben abhängt. Bitumenskulpturen und Malerei: In beiden Bereichen geht es um den Kippzustand von angehaltener und fliessender Bewegung. Mit den Malereien bildet Weiss einen Kontrapunkt zur tiefschwarzen Masse der Bitumen-Ideen. 
                                                                                                                                       Martin Preisser 2018



"Back to Black" water-repellent and time compacting
Already the hanging gardens of Babylon are said to have been sealed with water-repellent bitumen. Pix tumens means bitumen in Latin, "sweating pitch". For art, this substance, which is made from processed petroleum and also occurs in nature itself, is a quite unusual basic material. But it is suitable for sculptures and video works. This is proven by the interesting way in which the artist duo steffenschöni, who live in Schmidshof in Thurgau, deal with this deep black mass. steffenschöni, who have also worked out their own artistic signature with the molding of objects ranging from monitors to cameras and books, mold logs of wood with clay and pour the new forms back on with bitumen. They present their bitumen torsos in the Eschlikon gallery Widmer & Theodoridis on tables with wheels, which remind one of laboratory situations or even forensic medicine. The black sculptures do not simply show 1:1 casts, but also the refraction of the clay, the inaccuracy, the unwanted in the creation of the sculpture itself. This includes remains of clay, small remaining pieces of wooden bark or tiny areas of moss. The bitumen logs evoke associations with the archaic; the black material recalls millions of years of compressed earth history, fossils, but also charred, burnt, and leftover from natural disasters. steffenschöni surprise visitors to the exhibition "Back to Black" in Eschlikon with bitumen as the starting material for sculptures and video works.
In past works, the duo has also investigated soils, carried out archaeology of everyday objects, often with another trademark, their small surveillance cameras. One such camera is now also directed at a bitumen sculpture. And three screens "show", extremely condensed in time of course, the imperceptible flow speed of bitumen. Rigid, enduring mass, which symbolizes the solid, the stable, the final, thus also refers to slow movement and change. Condensed time and passing time are the silent artistic statements behind the bitumen experiments, which not least emphasize the color black in its intensity and sensual aesthetics. The bitumen works are mysterious, clearly reduced works by the artist couple.
Reduction also prevails in five large-format paintings by Heidi Schöni, who with the series "Iguazu" finds her way back to painting, which has always accompanied her, but now is gaining more weight again. Heidi Schöni does not depict the famous waterfalls on the border between Argentina and Brazil, but lets herself be inspired by the thunderous force of nature to show not the flow of color, but its falling. Heidi Schöni shows this falling of material by letting the horizontal color in the upper part of the picture fall into the vertical. In doing so, she shows water as a powerful elementary movement on which life depends. Bitumen sculptures and painting: Both areas deal with the tilting state of stopped and flowing movement. With the paintings, white forms a counterpoint to the deep black mass of bitumen ideas.

                                                                                                                                      Martin Preisser 2018

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